Kroatisch-deutscher avantgardistischer interkultureller Dialog
Dieses Konzert versteht sich als Klangraum des Übergangs – zwischen Ländern, ästhetischen Denkweisen und individuellen künstlerischen Handschriften. Stimmen, Linien und Resonanzen treten in Beziehung zueinander und entfalten ein Geflecht zeitgenössischer Ausdrucksformen, das sich jeder eindeutigen Verortung entzieht.
Die Werke von Veronika Reutz Drobnic, Luis Mihovilčević, Faruk Mehić, Kunsu Shim und Gerhard Stäbler umkreisen die menschliche Stimme als Trägerin von Erinnerung, Imagination und Transformation. In unterschiedlichen Besetzungen – von der intimen Solostimme bis zur kammermusikalischen Verdichtung – entstehen Klanglandschaften, die zwischen Fragilität und Intensität oszillieren.
Die Uraufführungen der Zyklen von Luis Mihovilčević und Faruk Mehić, beide der Sopranistin Helena Mamić gewidmet, verleihen dem Konzert eine besondere Gegenwärtigkeit: Musik entsteht hier nicht nur im Moment des Erklingens, sondern auch im Akt der Begegnung zwischen Komposition und Interpretation.
Getragen wird dieser Dialog von Interpretinnen, die sich mit großer Sensibilität und künstlerischer Neugier der Neuen Musik widmen: Roberta Simbera am Violoncello und Kie Kojima am Klavier gestalten gemeinsam mit Helena Mamić einen Raum, in dem Klang zur Sprache wird – und Sprache zu Klang.
So eröffnet sich ein musikalischer Diskurs, in dem kulturelle Grenzen durchlässig werden und sich zeitgenössische Musik als universelle, stets im Werden begriffene Ausdrucksform zeigt.



Fotos: Nikola Lutz




